Neue Ordnung

Präzision auf Bestand

Projekt
Kaindl Floor House / Kronospan Design Center
Kunde
M. KAINDL GmbH
Standort
Salzburg
Zeitraum
2025
Fotos
M. KAINDL GmbH

Die bestehende Fassade des Kaindl Floor House in Salzburg war etwas in die Jahre gekommen und entsprach nicht mehr dem gestalterischen Anspruch des Unternehmens. Gesucht war keine bloße Erneuerung, sondern eine neue architektonische Erscheinung mit präziser Materialität und eigenständiger Identität. AREA entwickelte dafür ein hinterlüftetes Fassadenkonzept aus CNC-gefrästen Kronoart Fassadenplatten – einem Produkt der Schwestergesellschaft Kronospan der Kaindl GmbH. Die neue Hülle fungiert damit gleichzeitig als architektonische Transformation und als gebaute Referenz für das eingesetzte Material.

Die Herausforderung lag weniger in der Gestaltung als in der präzisen Nutzung der bestehenden Unterkonstruktion. Die bestehende Unterkonstruktion musste vollständig erhalten bleiben und bildete damit den konstruktiven Rahmen für den neuen Entwurf. Die perforierte Rasterstruktur wurde deshalb so entwickelt, dass die vorhandene Konstruktion optisch verschwindet und gleichzeitig Belichtung, Sichtbezüge und Fassadenwirkung präzise aufeinander abgestimmt bleiben. Besonders im Bereich der Fenster verdichtet und öffnet sich die Lochung gezielt und reagiert damit nicht nur funktional auf das Gebäude, sondern auch auf die Nutzung dahinter.

Ausgangspunkt für die Gestaltung war das benachbarte Kaindl Produktionshalle mit seinen kreisförmigen Öffnungen. Daraus entwickelte AREA eine abstrakte, bewusst motivfreie Rasterung, die sowohl aus der Distanz als ruhiges Gesamtbild funktioniert als auch in der Nähe Tiefe, Rhythmus und Detailwirkung erzeugt. Trotz der seriellen Fertigung wurde das Lochbild nicht parametrisch generiert, sondern händisch ausgearbeitet und laufend angepasst. Gerade diese kontrollierten Eingriffe verleihen der Fassade ihre Eigenständigkeit.

Je nach Tageszeit verändert die Gebäudehülle ihre Wirkung. Tagsüber erscheint sie ruhig, fast grafisch geschlossen. Am Abend wird sie durch Licht, Tiefe und Durchlässigkeit aktiviert. Die neue Fassade transformiert das ehemalige Fabrikgebäude damit grundlegend, ohne laut zu werden – präzise im Detail, technisch durchdacht und klar in ihrer architektonischen Haltung.

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